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Schariwari: Musik die in die Herzen dringt

Taufkirchen - Es sind nicht einfach Lieder, die Schariwari spielen. Es sind Melodien und Texte, die unter die Haut gehen, die emotional stark berühren. Bei ihrem von der Buchhandlung Lesen & Schenken veranstalteten Konzert im Taufkirchener Bürgersaal haben die Folkrocker aus dem Landkreis Ebersberg gut 200 Zuhörer in ihren Bann gezogen.

Hans Hans

Fast alle Songs der Band stammen aus der Feder der beiden Kreativköpfe Günther Lohmeier (Gitarre/Gesang) und Hans Reupold (Gitarre/Gesang). Darin erzählen sie Geschichten und Erlebnisse, die berühren und bewegen. So etwa in dem Lied „Drachen“. Ein Song der Erwachsenen Mut machen will, in einer kalten und hochtechnisierten Welt wieder Gefühl zuzulassen. Es braucht nur ein wenig Poesie und Träumerei, um das Kind in einem wieder wahrzunehmen - dann steigen ganz tief in einem wieder Drachen hoch in den Himmel.

Günther Günther

Emotional ergreifend ist auch der Song „Papa“. Er ist das Flehen eines Kindes nach seinem verstorbenen Vater, der in der Phantasie des Kindes im Himmel Hand in Hand mit den Engeln tanzt.

Schariwari ist aber auch ein gutes Stück Protest gegen den Mainstream. Sie fordern in vielen ihren Lieder auf zu mehr Menschlichkeit und Miteinander. Der Song „Leckt’s mich am Arsch“ etwa erzählt vom Alltag eines normalen Bürgers, der brav seine Steuern zahlt, Lotto und Toto mit System spielt - und dann irgendwann einmal erkennt, dass sein Leben systematisch daneben liegt. Seine Reaktion darauf ist der Titel des Songs.

David David

Die Musik von Schariwari, zu der neben Reupold und Lohmeier auch Steve Moises (Schlagzeug/Gesang) und Dave Lewis (Bass/Gesang) gehören, ist eine Mischung aus erdigem Folk, kraftvollen Rock, melancholischem Blues und einfühlsamen Balladen.

Dass die erfolgreiche Band, die seit drei Jahrzehnten spielt, nie den ganz großen Durchbruch geschafft hat, liegt an der Qualität ihrer Musik. Die Songs der Band sind für die Mainstream-Radiostationen zu anspruchsvoll. Wer Schariwari hört, braucht nicht nur Ohren, sondern vor allem auch Herz und Verstand.

Quelle: Merkur Online, 04.05.2010

Fotos: W. Petri